Neues RAID-Array mit Benchmark – Intel H77 (RST) mit Seagate ST4000DM000

Nachdem der Speicherplatz auf meinem Server, welcher mir auch als NAS dient, langsam etwas knapp wurde, habe ich lange überlegt, wie ich am besten aufrüsten kann. Meine bisherige Konfiguration war ein RAID 5 mit vier Festplatten zu je 1 TB. Dieses Setup ist jetzt knapp 5 Jahre ohne Ausfall über einen Promise SuperTrak EX8350 RAID-Controller gelaufen. Angefangen hat das Array mit drei Samsung Platten und vor ca 2 1/2 Jahren kam noch eine Seagate dazu.

Auswahl der neuen Festplatten
Aufgrund der guten Bewertungen durch einige Fachmagazine hatte es mir zuerst die WD Red Serie angetan. Da diese ja offiziell für den Dauereinsatz im heimischen NAS ausgelegt sind, wären sie für meinen Einsatzzweck optimal geeignet. Der doch deutlich höhere Preis im Vergleich zu konventionellen Desktop-Platten hat mich allerdings doch wieder abgeschreckt. Aufgrund dessen, dass mein bisheriges Array auch aus ganz normaler Consumer-Hardware bestand, entschied ich mich für die Verwendung solcher Festplatten.
Nachdem es nun mal so ist, dass man externe Festplatten günstiger bekommt als interne, habe ich mich auf die Suche nach USB-Platten mit einer Kapazität von je 4 TB gemacht. Auch „NoName“-Herstellen greifen übrigens auf Markenware zurück und bauen Festplatten beispielsweise von WD, Seagate oder Samsung in ihre Gehäuse. Dem Risiko, evtl. enttäuscht zu werden war ich mir durchaus bewusst und griff bei der Intenso Memory Center 4TB zu. In den schwarz glänzenden Plastikgehäusen, welche relativ einfach mit einem dünnen Schraubendreher aufgehebelt werden können, war jeweils eine Seagate ST4000DM000 verbaut. Etwas skeptisch bezüglich Seagate, da mir die Tabelle von Backblaze, welche die Ausfallraten deren eingesetzter Consumer-Platten wiedergibt, habe ich sie aber doch ausgebaut und behalten. Der aktuellste Bericht, den ich finden konnte, lässt die ST4000DM000 gar nicht so schlecht wegkommen (Link zum Artikel). Externe Fesplatten zu kaufen hat als weitern Vorteil, dass nun auch die alten Samsung-Platten noch ein neues Zuhause in den Intenso-Gehäusen gefunden haben. Somit müssen die noch nicht auf den Elektroschrott und dürfen noch ein bisschen als Backup-Platten oder als Datenvorrat für Unterwegs dienen.

Neues RAID-Array – Welcher Controller – Welches RAID-Level?
Die erste Überlegung war, den vorhandenen Controller weiter zu nutzen und mit den drei neuen 4 TB Platten wieder ein RAID 5 zu bauen (Also 8 TB Speicherplatz netto). In die quere kam mir dann allerdings, dass mein Promise Controller nur Festplattenkapazitäten bis knapp über 2 TB unterstützt. Da der Controller auch schon einige Jahre alt ist, gibt es leider keine Firmwareupdates mehr, um größere Platten adressieren zu können, was hardwaretechnisch sicher funktioniert hätte.

Einen neuen RAID-Controller wollte ich mir aus Kostengründen eigentlich erst mal nicht zulegen. Da blieben also dann erst mal nur zwei Option. Entweder mit gut 2 TB pro Platte den alten Controller mit den neuen Platten verwenden, oder auf den OnBoard-Controller des H77-Chipsatzes meines Mainboards zurückgreifen. Nachdem ich den Nettospeicherplatz ja grundsätzlich erweitern möchte, scheidet Lösung 1 schon mal aus. Da bleibt vorerst also nur noch der OnBoard-RAID-Controller. Aus Interesse, wie schnell das Software-RAID von Intel wirklich ist, habe ich mal die drei neuen Seagate ST4000DM000 an den OnBoard-Controller angeschlossen und ausgiebig getestet. Mit Atto habe ich die Lese- und Schreibraten der verschiedenen RAID-Level ermittelt:

Wie aus den Benchmarks hervorgeht, leistet die Intel Rapid Storage Technology im RAID 5 Modus leider deutlich zu geringe Schreibraten für den produktiven Einsatz, was ich mir allerdings vorher schon gedacht habe. Ein Betrieb im Write Back Mode kommt nicht in Frage, da als Cache der Arbeitsspeicher des Rechners scheinbar ohne Limitierung genutzt wird und bei Kopiervorgängen größerer Dateien sehr schnell vollläuft.

Meine vorläufige Entscheidung ist nun, den OnBoard-RAID-Controller von Intel zu verwenden und zwei Seagate ST4000DM000 im RAID 1 zu betreiben. Das bringt zwar aus Performance-Sicht keine Vorteile, dafür ist die Datensicherheit wesentlich höher, als komplett auf den RAID-Betrieb zu verzichten. Sollten auch die 4 TB Speicher nicht mehr ausreichen – was zwangsläufig irgendwann der Fall sein wird – werde ich wohl auf ein RAID 10 mit zwei weiteren 4 TB Platten gehen.

Wie ich mich letztlich entschieden habe, könnt Ihr euch hier ansehen.

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